Die Heimat so nah – Wendungen des Lebens
Familie über alles!
„Asche zu Asche, Staub zu Staub“
Als Stefan van der Falk seinen Vater Thomas beerdigt, empfindet er nicht nur Trauer, sondern auch Erleichterung. Sein ganzes Leben lang wurde er von Albträumen und Schuldgefühlen geplagt. Nun ist die Zeit gekommen, die Geheimnisse seiner Familie zu lüften, die sein Vater jahrelang im Verborgenen gehalten hat.
Eine Welt aus Intrigen, Tragödien und Lügen eröffnet sich ihm, und mit jedem Schritt, der ihn der Wahrheit näherbringt, ereignet sich ein Schicksalsschlag. Stefan beginnt zu zweifeln. Ist es klug, die Vergangenheit aufzuwühlen? Will seine Schwester Lara, sollte sie noch leben, überhaupt gefunden werden?
Dieser letzte Band der „Van der Falk“-Trilogie entführt Sie auf eine Achterbahn der Gefühle. Die Charaktere ziehen Sie in ihren Bann und lassen Sie nicht mehr los. Es ist eine Geschichte voller Spannung – ein Pageturner, der Sie atemlos zurücklässt.
Lesungen:
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Ein kleiner Vorgeschmack aus Kapitel 1
Ein Nebelschleier hängt in der Luft. Die Natur hält still. Allein und einzig die raue Stimme des Pfarrers erkling auf dem Friedhof von Wesel. Seine Worte werden vom Wind verschluckt, aber keiner achtet darauf.
Mit gesenktem Kopf stehen wir am Grab meines Vaters. Die ganze Familie ist hier versammelt, um ihm die letzte Ehre zu weisen. Unsere schwarzen Kleider stechen kaum heraus in dieser düsteren Umgebung. Das Loch im Boden ist tief und dunkel. Zwei Männer, mit der Urne an einem Seil, nähern sich der Öffnung. Der Pfarrer gibt ihnen das Zeichen sie langsam hinuntergleiten zu lassen. Die Asche meines Vaters wird jetzt den Boden des Waldes ernähren. So wollte er es haben. Er konnte die Krankheit nicht besiegen.
Als wir es erfuhren, blieb ihm wenig Zeit. Nach ein paar Monaten hatte ihn der Krebs derart gezeichnet und geschwächt, dass er das Haus kaum noch verlassen konnte. Mein Bruder und ich haben alles in die Wege geleitet, damit er so lange wie möglich daheim gepflegt werden konnte. Als die Medikation erhöht wurde, hatte er kaum noch klare Momente. Es war an der Zeit uns von ihm zu verabschieden. Meine Mutter hielt ihm bis zu seinem letzten Atemzug die Hand.
All meine Gedanken kreisen jetzt um ihn. Mein Vater, der immer für mich da gewesen war und mich mit einer festen Hand durchs Leben geführt hatte. Er war leise von uns gegangen. In dieser Nacht standen wir, Robert, meine Mutter und ich, an seinem Bett. Er rang nach Luft. Nach einer Weile verging zwischen seinen Atemzügen immer mehr Zeit, bis er irgendwann in einem Seufzer ganz aufhörte zu atmen. Seine Hülle blieb ruhig liegen. Dieses Bild hatte sich in meinem Kopf eingraviert. Ich hatte noch nie jemanden sterben sehen.
In der Ferne höre ich die Krähen rufen. Der Himmel ist verhangen. Ich nehme nur gedämpft die Geräusche um mich wahr. Es fühlt sich surreal an, fast unheimlich, mitten im Wald. Ich erinnere mich an den Tag zurück, als meine Eltern aus ihrem Urlaub nach Holland zurückkamen. Mein Vater sah nicht mehr so krank aus. Er war glücklich. Der Urlaub am Meer hatte ihm gutgetan. Robert und ich hatten meine Mutter dazu geraten. Sie sollte für schöne Erinnerungen sorgen und sich sonst um nichts kümmern. Einfach die restliche Zeit, die meinem Vater noch auf der Erde blieb, gemeinsam verbringen. Obwohl die Ärzte ihre Zustimmung gegeben hatten, quälte meine Mutter Unsicherheit. Wir waren froh, als sie sich doch dafür entschied. Robert und ich organisierten die Reise: den Transport dahin, denn mein Vater saß im Rollstuhl und das Hotel, das sich am Strand befand. Zudem hatten wir uns beim nächsten Krankenhaus für alle Fälle erkundigt. Dort hätte er die Pflege, die er braucht, bekommen können.
Der Urlaub verlief wunderbar. Meine Mutter rief uns regelmäßig an, um uns über den Zustand von Papa zu informieren. Die gemeinsame verbrachte Zeit schweißte sie noch mehr zusammen. Doch dann ging es mit ihm richtig bergab. Sein Husten wurde heftiger. Er konnte ohne die Sauerstoffflasche nicht mehr frei atmen.